Nikolausfliegen 2006

Dezember 2006 - Es war der wärmste November des Jahrtausends, wird behauptet. Auch Anfang Dezember war von Schnee noch keine Rede, nicht einmal in den Bergen. Dafür pfiff dort der Föhn und bescherte Sonne. Im niederbayerischen Flachland allerdings hielt sich eine hartnäckige Hochnebeldecke. Dennoch wurde die Winde aufgebaut und die Seile ausgezogen. Allerdings verschwanden die Flieger schon nach wenigen Metern in weißem Nebel, was die ohnehin kurzen Gleitflüge noch kürzer machte. Spannend wurde es trotzdem, zum Einen, weil Christian das Lenken und Ausklinken vergaß und so die Sollbruchstelle testete, zum Zweiten, weil Oliver die Bezeichnung Bodenspirale allzu wörtlich nahm und vor den Augen der Glühweintrinker einschlug. Das größte Missverhältnis zwischen Aufbauen und Flugzeit hatte Sepp, zwei Stunden Aufbauen, einmal in den Wind gehalten und dann zwei Stunden abbauen. Jetzt kennt er allerdings jeden verborgenen Splint an seinem neuen starren Flügler.

Unterdessen kroch langsam die feuchte Kälte unter die Kleidung. Immerhin gab es ein Feuer und Verpflegung. Christians Gulaschsuppe war sehr original und brannte dreimal: Einmal beim Zwiebelschneiden, einmal beim Kochen und einmal beim Essen.

Nach Einbruch der Dunkelheit trafen sich die Restlichen beim Wirt und obwohl eine Woche zu früh, kam doch tatsächlich der Nikolaus, nebst Engel. Hier seine Worte:

Da Sepp hod si jetzt, an Schoideckel kaft,
weil, so glabt er, ´s jetzt beim Fliagn no besser laft.
Und kon er den Gleiter erst moi aufbaun und zleng,
dann wea ma´s nächste Jahr scho seng.

Da Ade is meist midn Leo do,
der verfolgt´n wo er nua ko,
Aber momentan is der Ade krank,
er verliert G´wicht, ja Gott sei Dank.

Fiagt da Oli blos an Hunderter, sogt a, ja des is ned schwar,
es muas mindestens a Zwoahunderter sei, sonst werd eam zwoaralei.
(Oder so ähnlich)
Und gibt´s was Neis in da Fliegaszene,
dann schreit der Oli, ja des kenn i.

Der Fritze, ja des is a Mo,
der ned blos Gleitschirmfliegen ko,
Seit kurzem fliegt er jetzt an Drachen,
über die Landungen muss muss noch keiner lachen.
Ob Sepp, Ade, Penz,
jetzt haben die Drachen a neue Konkurrenz.

Da Felix is beim Schleppen immer präsent,
doch hod er oft de beste Zeit verpennt.
Denn war er am Abend zulang fuat,
duad des Aufsteh so gar ned guad.

Des Bärbele konst zu ois ham,
sie is a scho seiba Gleitschirm gflogn.
Doch gibts für ihr Gwicht koan Schirm,
drum fahrt sie jetzt liaba mitm Motorad spaziern.

An Gerhard den gfreit des Fliang ganz gwis,
doch verpasst er oft de Landewies.
Und muas er ned fahrn und ko sitzn bleim,
dann sauft er se zua bis kurz vorm Speim.

Da Klaus, kaum is de Thermikzeit vorbei,
do plant er scho wieder allerlei.
Australien, Namibia, Südafrika oder irgendein Ort,
da Klausi sagt, da war I scho dort.

Da Guido, bei dem is nix zspät,
der fliagt normal ja jeds Gerät,
Beim Sigma aber hod er´s do ned gschafft,
der hod eam nämlich d´Schneid obkafft.

Da Eberl hod a ganz schöns Gwicht,
da Windenfahrer moant de Windn bricht.
Doch is er oamoi los vom Seil,
do draht in die Thermik nei so geil.
Er is ois Fliaga glaub i geborn,
drum is er 9. im Ostbayerncup worn.




Danke an Christian für die Suppe und die Dichtung.





Drachen- und Gleitschirmclub Albatos Landshut e. V.